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Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Maßbach von 1865 bis heute!
Aufgaben und Ausrüstung im Wandel der Zeit!
Aufgabe der in 1865 neu gegründeten Freiwilligen Feuerwehr war natürlich einen verbesserten Brandschutz für die Einwohner der Gemeinde zu gewährleisten. Die bis dahin vorhandene und parallel zur Freiwilligen Feuerwehr weiterhin bestehende Pflichtwehr, war wohl für diese Aufgabe nicht mehr ausreichend. Streng dagegen war von Anfang an die Verpflichtung eines jeden Anwohners, an den so genannten Feuerwehrfond eine Abgabe zu zahlen, wenn er nicht Mitglied dieser Freiwilligen Feuerwehr war.
Eine erste Aufzählung der bei der Freiwilligen Feuerwehr vorhandenen Gerätschaften ergibt sich aus dem Protokolleintrag vom August 1871 , wo der neu gewählte "Zeugwart" die ihm übergebenen Gegenstände quittieren mußte: "5 Helme für die Spritzenmannschaft, 4 Helme für die Staigermannschaft, 8 Beile, 2 Seile, 4 "Wollen Schnüre", 9 verschieden farbige Schnüre, 15 Armbänder und 2 Stück Pfeifen."
Aufgrund der im Jahre 1873 im Protokoll dokumentierten Neuwahl werden die damaligen Aufgabenstellungen der Freiwilligen Feuerwehr deutlich. Neben dem Feuerwehrhauptmann wurden u.a. die Zugführer der 1. und der 2. Spritze, ein Steigerkommandant und ein Schubleiterkommandant gewählt. Zusätzlich gab es noch den gewählten 1. Signalisten, dem zur Aufgabe gemacht wurde mit 3 weiteren "die Signale mit den anderen gut einzuüben". Ausrüstungsknappheit war wohl von Anfang an seit Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr ein Thema, denn im Protokoll vom 20.März 1880 sollte ein Bittgesuch an mehrere Versicherungsgesellschaften Abhilfe schaffen. Ob dies auch zum Erfolg geführt hat, ist leider aus dem Protokollbuch nicht ersichtlich. Stark eingebunden in den Feuerschutz waren die damaligen Fuhrwerksbesitzer, die verpflichtet waren, im Falle eines Brandes, sofort einzuspannen. Der Einsatz wurde mit Hilfe von vier Karten organisiert. Die ersten vier Fuhrwerksbesitzer, die diese Karten zuerst erhalten haben, hatten diese so aufzuhängen, daß sie für jeden sofort sichtbar waren. Im Falle eines Brandes hatten dann diese Fuhrwerksbesitzer sofort einzuspannen und gaben danach diese Karte an einen anderen Fuhrwerksbesitzer weiter.
Im Jahre 1912 stiftete Dr. Benckiser der Feuerwehr die erste Feuerwehrspritze und im Jahre 1931 wurde der erste Hydrantenwagen für die Feuerwehr beschafft.
Leider sind aus dem Protokollbuch nicht alle Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr ersichtlich, doch wenn, dann handelte es sich ausschließlich um die Bekämpfung von Bränden, die nicht nur in Maßbach selbst sondern auch damals schon auswärts in Poppenlauer, Rothhausen, Rannungen und in Weichtungen durch Hilfeleistung durchgeführt wurden.
Ab dem Jahr 1934 mußte sich auch die Freiwillige Feuerwehr mit den möglichen Folgen des Krieges auseinander setzen. Hierzu fand im März 1936 eine Verdunkelung Maßbachs statt, wobei jeder Wehrmann dafür sorgen sollte, "daß diese richtig durchgeführt wurde".
Im Jahre 1939 wurde nach einem Beschluß der Reichsführung die Feuerwehr der Polizei eingegliedert und wurde als Polizeihilfstruppe angesehen und hätte somit zur Unterstützung von Polizeimaßnahmen überall eingesetzt werden können.
Das Jahr 1940 , als erstes Kriegsjahr, hatte zur Folge, daß immer mehr Feuerwehrleute zur Wehrmacht eingezogen wurden. Von der Kreisfeuerwehrführung wurde daher angeordnet, daß die Hitlerjugend zum Feuerwehrdienst heranzuziehen ist. 1942 erhielt die Hitlerjugend eine 400 Liter Motorspritze und damit wurde der Einstieg in die Motorisierung der Feuerwehrausrüstung gelegt.
Aufgrund der weiteren Mobilmachung wurde es im Jahre 1943 notwendig, eine weibliche Feuerwehr aufzustellen, die dann auch im Jahre 1944 bei einem Scheunenbrand schon ihre große Bewährungsprobe bestehen mußte und diese auch nach dem Protokolleintrag "hervorragend bestanden" hat.
Am 7.April 1945 kam der "Totale Krieg" mit einem Fliegerangriff auch nach Maßbach, wobei eine Scheune in Brand geschossen wurde. Die Feuerwehr konnte aber schnell diesen Brand löschen und damit größeren Schaden verhindern.
Vor dem Einrücken der Amerikaner in Maßbach, am 9.April 1945 , wurde das Dorf mit Arteleriebeschuß belegt, welcher zum Glück keine Brände auslöste. Beim Einmarsch selber geriet eine Scheune in Brand, der wegen der ausgeschalteten Elektrizitätsversorgung und die in den Felsenkeller geflüchteten männlichen Ortseinwohner erst sehr spät gelöscht werden konnte.
Nach Beendigung des Krieges erhielt die Freiwillige Feuerwehr wieder ihren alten Status zurück und konnte bzw. mußte sich wieder der Brandbekämpfung widmen. Technisch konnte sie auf eine Motorspritze und für den Transport auf einheimische Lastwagenbesitzer zurückgreifen.
Ab dem Jahr 1957 wurden auch die ersten Schutzanzüge für die Wehrleute beschafft.
Ab 1960 begann für die Freiwillige Feuerwehr das Zeitalter der eigenen Motorisierung. In diesem erhielt sie ihr erstes eigenes Fahrzeug, einen umgebauten DKW-Kombi, und im Jahre 1963 ein VW-Kleinlöschfahrzeug.
Allerdings weis das Protokoll auch zu berichten, daß im Jahr 1973 zwei junge Feuerwehrmänner bei einem unerlaubten nächtlichen Ausflug das Feuerwehrauto zu Schrott gefahren haben. Die Folge war, daß bei einer Tage später angesetzten Übung, die alarmierten Feuerwehrmänner ohne Fahrzeug dastanden.
Seit dem Jahre 1960 wurden für die Feuerwehren im Landkreis so genannte Leistungsprüfungen eingeführt, wobei Löschgruppen innerhalb einer vorgegebenen Zeit die Wasserversorgung für drei C-Strahlrohre aufzubauen haben. Die Freiwillige Feuerwehr Maßbach konnte als 2. im gesamten Landkreis diese Prüfung mit Erfolg ablegen.
Im Jahre 1975 , des 110-jährigen Gründungsfestes, erhielt die Freiwillige Feuerwehr Maßbach ihr erstes "echte" Feuerwehrauto, ein LF 8 der Marke Opel-Blitz. Dieses Feuerwehrauto war noch nicht richtig übergeben und mußte schon beim ersten Großbrand des Schloßgutes Benckiser eingesetzt werden.
Das Protokollbuch berichtet aus dem Jahre 1978 von einer "neuartigen Brandbekämpfungsmethode". Hierzu konnten für eine unabhängige Wasserversorgung "neuartige Güllefässer mit 3.000 Liter Fassungsvermögen" und neue Flächenstrahlrohre, zum Beispiel bei Waldbränden, eingesetzt werden.
Alle diese neuen technischen Errungenschaften benötigten natürlich auch mehr Platz, so daß bald klar wurde, daß ein eigenes Feuerwehrgerätehaus notwendig wurde.
Im Jahre 1982 wurde dann auch der Grundstein gelegt und im Rahmen der 120-Jahrfeier, vom 28.Juni bis zum 1.Juli 1985 , konnte das neue Gerätehaus eingeweiht werden und die Freiwillige Feuerwehr Maßbach wurde damit zur Stützpunktwehr erklärt.
Besonders stolz kann die Feuerwehr Maßbach auf ihre weiblichen Mitglieder sein, denn im Jahre 1986 legte die erste rein weibliche Feuerwehrgruppe mit Erfolg die Leistungsprüfung ab und im Jahr 1989 hat eine Maßbacher Feuerwehrkameradin als 1. Frau im Landkreis die Atemschutzprüfung mit Erfolg abgelegt.
Ab dem 11. bzw. 12. Juli 1992 , der offiziellen Übergabe des neuen Feuerwehrfahrzeuges, eines TLF 16/25, und einer neuen, auf 18 Meter ausziehbaren Anhängeleiter, erhielt die Freiwillige Feuerwehr Maßbach weitere Aufgaben übertragen. Hierzu gehörte insbesondere die Aufgabe der so genannten "Technischen Hilfeleistung".
Als 4.Wehr im Landkreis konnte sie 1994 mit zwei Gruppen erfolgreich die neu eingeführte Leistungsprüfung in dieser " Technischen Hilfeleistung" ablegen.
Im gleichen Jahr wurde bundesweit der Katastrophenschutz aufgelöst und Geräte und Aufgaben in die Feuerwehren eingegliedert. In diesem Zusammenhang wurde der Freiwilligen Feuerwehr Maßbach ein kompletter ABC-Zug zugeordnet. Hierzu gehört ein so genanntes Dekontaminationsfahrzeug, ( abgekürzt: DMF ) ein VW-Kübelwagen und ein VW-Mannschaftsbus. Mit dieser Eingliederung eröffnet sich für junge Männer ab sofort die Möglichkeit, statt Wehrdienst, Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr Maßbach abzuleisten.
Im Oktober 1999 wurde eine neue Tragkraftspritze TS8 / 8 eingeweiht, die die defekte, aber von 1975 bis 1997 im Einsatz befindliche Pumpe, ersetzt.
Der ABC-Zug besitzt seit 2001 ein neues Fahrzeug: Dekon P. Das Erkundungsfahrzeug VW-Kübelwagen wurde ausgemustert und verkauft. Den ebenfalls ausgemusterten VW-Mannschaftsbus hat die Gemeinde Maßbach gekauft.
Mit der Eröffnung der Bundesautobahn 71 Schweinfurt - Erfurt im Dezember 2005 erweiterte sich das Aufgabengebiet der Freiwilligen Feuerwehr Maßbach. Ab diesem Zeitpunkt muss auch technische Hilfeleistung im Bereich der Abfahrt Maßbach verrichtet werden.
Seit Januar 2006 befindet sich ein "neues gebrauchtes" Fahrzeug im Fuhrpark der Feuerwehr Maßbach. Da das LF8, das über 30 Jahre im Dienst war, durch häufig anstehende Reparaturen einen immer größeren finanziellen und zeitlichen Aufwand erforderte, war eine neue Anschaffung unausweichlich. Ein gebrauchtes TSF wird nun unseren Opel Blitz ersetzen.
Anhand dieser Chronik wird deutlich, wie nicht nur die technische Entwicklung in der Ausrüstung einer Freiwilligen Feuerwehr vorangegangen ist, sondern, wie enorm auch die Aufgaben der Feuerwehrkameraden gestiegen sind.
Daten und Ereignisse stammen aus den Protokollen der Freiwilligen Feuerwehr Maßbach.
gez. U.-D. Gredig, ergänzt S. Schad
Die Kommandanten - von damals bis heute!
1865 - 1875 Johann Schubert
1875 - 1880 Johann Amberger
1880 - 1881 Peter Kaiser
1881 - 1882 Johann Endriß
1882 - 1885 Johann Georg Ziegler
1885 - 1897 Johannes Knies
1897 - 1904 Johann Käb
1904 - 1934 Kaspar Schüller
1934 - 1940 Peter Schad
1940 - 1945 Georg Schüller
1947 - 1951 Karl Krug
1952 - 1953 Ludwig Hub
1954 - 1967 Hermann Knieß
1967 - 1977 Kurt Schüler
1977 - 1989 Bernd Frank
1989 - 1994 Helmut Schweizer
1994 - 2006 Helmut Schüller
2006 - jetzt Sebastian Schad